Projekt 3: Stimmlichkeit und Gestus im Dramentext

Ausgangspunkt und Zielsetzung

Theaterszene, Gemälde von Honoré Daumier

Dramenlektüre und Theaterbesuch werden gewöhnlich als zwei Rezeptionsweisen des Dramatischen betrachtet, die so gut wie nichts miteinander gemein haben. Zugrunde liegt dieser Sicht eine strikte Trennung zwischen Lektüre und Inszenierung, die noch immer den schulischen Umgang mit Dramen dominiert. Diese Trennung ist zweifellos eine der wesentlichen Gründe für die vielfältigen Schwierigkeiten bei der Arbeit mit Dramentexten im Unterricht. Um sie zu überwinden, bedarf es einer Praxis des Lesens, die die theatrale Performativität des Textes realisiert, indem sie die Körperlichkeit der dramatischen Dialogizität erfahrbar macht und den Sprechgestus im Geschriebenen entdeckt. In dem Forschungsprojekt werden Lektüreformen entwickelt, die es ermöglichen, Schüler an die Gestaltung des Gestus und der Körperlichkeit des Sprechens in Dramentexten heranzuführen und diese erfahrbar und reflektierbar zu machen.

Publikationen

  • Die intermediale Lektüre. Wege zur Inszenierung im Text. In: Marion Bönnighausen und Gabriela Paule (Hgg.): Theater intermedial. Schriftenreihe Jahrbuch Medien im Deutschunterricht. München 2009. S. S. 67-82.
  • Textsystem und Inszenierung. Zu einer Szene aus Friedrich Schillers Drama “Kabale und Liebe. In: Hans Lösener: Zwischen Wort und Wort. Interpretation und Textanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2006. S. 193-257.